Entfesseltes Licht

Einige der Fotografien von Innenräumen, die durch ihre ganz besondere Schlichtheit und Ausgewogenheit überzeugen, sind alles andere als trivial entstanden. Oft sind dann zusätzliche Lichtquellen im Bild versteckt, oder die Leuchtmittel im Motiv sind ganz aufwendig gedimmt, farblich korrigiert und dadurch aufeinander abgestimmt. Solche Mischlichtsituationen kann man derart auf die Spitze treiben, dass man Fotografie, Gemälde und Rendering kaum mehr unterscheiden kann.

Ähnliches kann man bei der Fotografie von Objekten machen, ja, man kann förmlich mit Licht malen. Entweder man führt eine Dauerlichtquelle bei geöffnetem Kameraverschluss am Objekt entlang oder man setzt einzelne Akzente mit einem Blitz. Oder man macht beides.

Malen mit Licht

Entfesseltes Licht ist eine der ganz erlesenen Techniken der Fotografie zumeist unbewegter Objekte. Während der Aufnahme muss vieles kontrolliert werden und stimmen: Das Objektiv muss die Schärfe absolut konstant halten, das Stativ muss absolut unbeweglich stehen, das Umgebungslicht muss gegenüber dem Entfesselten Licht so reduziert wie möglich sein und noch einiges mehr.

Produktfotografie

Klar, dass das nur mit absolut exzellentes Equipment und ziemlich viel Erfahrung geht. Bei Außenaufnahmen kommt noch hinzu, dass man mitunter keine Möglichkeit hat, die Aufnahmen in den Details der Lichtsetzung und auf ihre Passgenauigkeit zu prüfen – das sind dann schon zwei der Punkte, die auf die Erfahrung rekurrieren, die man mitbringen muss. Entfesseltes Licht nur auf dem Display, das ist Hochseil-Akrobatik ohne Netz.

Wenn man allerdings die kritischen Parameter der Technik im Griff hat, kann „Entfesseltes Licht“ nicht nur Probleme Lösen, sondern auch eine ganz eigene und besondere Ästhetik entwickeln. Partien des Objektes können wie aus sich selbst leuchten, Texturen können betont werden, Highlights können positioniert werden und vieles mehr.